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Stadttheater Aschaffenburg: Spielstätten Stadttheater

Stadttheater

Foto von Nikolai Nowitzki

Adresse
Stadttheater Aschaffenburg
Schlossgasse 8
63739 Aschaffenburg | Google Maps | Anfahrt

Die wechselvolle Geschichte des Theaters lässt sich von außen an der vielgestaltigen Architektur ablesen. So erinnert die klassizistische Fassade zum Karlsplatz hin an die Anfangszeit des Theaters nach 1811. Die große Glasfassade  hingegen bedient sich einer zeitgenössischen Architektursprache. Im Inneren überrascht der klassizistische Zuschauerraum (Bühne 1) – einer der schönsten Räume Aschaffenburgs. Gerne bieten wir Ihnen eine auf Ihre Interessen abgestimmte Führung durch das Theater an. Kontaktieren Sie uns einfach.

Bühne 1

Foto von Bernhard Hartmann

Die Bühne 1 ist das Herzstück des Stadttheaters. Der klassizistische Zuschauerraum mit Parkett, Rängen, Balkon und Galerie nimmt 430 Zuschauer auf. Die rote, weiße und goldene Farbgebung sowie eine in Grautönen gehaltene Illusionsmalerei schaffen ein festliches Ambiente. Achtung: Aufgrund der halbkreisförmigen Bauweise der Ränge kann von den Seitenplätzen nicht die gesamte Bühne eingesehen werden.

Bühne 2

Foto von Stefan Stark

Die Bühne 2 befindet sich direkt auf der Hauptbühne. Hier haben eine Szenefläche und ein Podest für etwa 120 Personen Platz. Der „Eiserne Vorhang“ ist heruntergelassen, sodass man den im Rücken liegenden klassizistischen Zuschauerraum nicht sieht. Der schwarze, funktionale Raum lädt zu Theaterexperimenten ein.

Bühne 3

Foto von Stefan Stark

Die kleine Bühne 3, welche etwa 80 Zuschauer aufnimmt, schafft Zimmertheateratmosphäre. Neben Bühnenkunst, die einen intimen Rahmen verlangt, finden hier Lesungen und Einführungsvorträge statt.

Theatergastronomie

Die Theatergastronomie Jedermann im Stadttheater hat von Montag bis Freitag von 17:00 bis 24:00 Uhr sowie samstags und sonntags von 10:00 bis 24:00 Uhr geöffnet. Im Jedermann erhalten Sie auf Wunsch auch eine schnelle und preisgünstige Pausenbewirtung. Reservierung unter 06021 / 7933489 oder vor der Vorstellung an der Theke im Foyer.

Geschichte

Die klassizistische Fassade am Karlsplatz

Der Renaissancegiebel des Deutschen Hauses | Foto von Klaus Fleckenstein

Die Geschichte des Theaters beginnt 1811 mit seiner Eröffnung unter dem kunstsinnigen Fürstprimas des Rheinbundes und Großherzog von Frankfurt Carl Theodor von Dalberg, vormals Mainzer Erzbischof und Kurfürst. Aufgrund der Besetzung durch französische Revolutionstruppen muss der Mainzer Hofstaat 1792 seine Stadt verlassen und macht die ehemalige Nebenresidenz Aschaffenburg nun zu seinem Hauptsitz. Eine umfangreiche Bautätigkeit setzt ein. Das Theater wird im Hof des im 16. Jahrhundert errichteten „Deutschen Haus“ erbaut und ist von außen nur über die klassizistische Fassade am Karlsplatz erkennbar.

Als Aschaffenburg 1814 zum Königreich Bayern fällt, verliert das Theater sowohl das höfische Publikum als auch die Unterstützung Dalbergs. 1851 wird das Theater Eigentum der Stadt Aschaffenburg und trägt seither den Namen Stadttheater. Viele Theaterdirektoren des 19. und frühen 20. Jahrhunderts scheitern am knappen Geld, da sie der Stadt Miete zahlen und ohne Zuwendungen auskommen müssen. Beständig wechselt sich ein kostspieliger Ensemblebetrieb mit dem günstigeren Gastspielbetrieb ab.

Das Aussehen des Zuschauerraums des Stadttheaters im Jahr seiner Erbauung ist weitgehend ungeklärt. Nicht einmal der Architekt ist bekannt. Geblieben sind lediglich Grundriss und ungefährer Aufriss eines klassizistischen Rangtheaters. Das Theater wurde in seiner Geschichte mehrfach saniert und umgebaut. Der Zuschauerraum des Theaters blieb von den Luftangriffen im 2. Weltkrieg zwar weitgehend unversehrt, jedoch wird das das Theater umgebende Deutsche Haus bis auf den Nordgiebel zerstört. 1948 beschließt der Stadtrat, anstelle eines eigenen Ensembles einen Gastspielbetrieb zu unterhalten. Seine jetzige Gestalt erhält das Theater 2011 nach einer dreijährigen Baumaßnahme.

Vertiefende Informationen bietet die Festschrift "200 Jahre Theater Aschaffenburg", welche 2011 erschien. Von allerlei skurrilen Begebenheiten aus der Aschaffenburger Theatergeschichte berichtet Sebastian Hauck. Der rund 200 Seiten starke Sammelband enthält darüber hinaus Aufsätze der Architekten der jüngsten Umbaumaßnahme des Stadttheaters, Ernst Ulrich Scheffler und Wolfgang Lautenschläger sowie einen Bericht des Restaurators Stefan Achternkamp zur Innenraumgestaltung. Die Festschrift ist zum Preis von 10 EUR an der Theaterkasse im Stadttheater und in der Buchhandlung Diekmann erhältlich.