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Stadttheater Aschaffenburg: Veranstaltungsreihen Gitarrentage

Geschichte der Aschaffenburger Gitarrentage

Konzerte mit großartigen Gitarristen haben eine lange Tradition in Aschaffenburg. Bereits 1930 gab der legendäre spanische Gitarrist Miguel Llobet im Deutschhaus-Saal ein Konzert, weitere hochklassige Gitarrenkonzerte folgten.

1980 wurde in Privatinitiative die erste „Gitarrenwoche“ ins Leben gerufen, deren Organisation in der Folge von Kulturamtsmitarbeiter Werner Wunderlich übernommen wurde. An die Stelle der Gitarrenwoche traten nach einigen Jahren internationale Gitarrenkonzerte in nicht konzeptgebundener Form, bis 1992 im Fachbereich Gitarre der städtischen Musikschule die Idee aufkam, die Aktivitäten und die Möglichkeiten der Musikschule mit denen des Kulturamtes zu verknüpfen und daraus ein Konzept für ein großes Gitarrenfestival zu entwickeln. So entstanden die „Aschaffenburger Gitarrentage“, die erstmalsvom 20.11. bis 05.12.1992 durchgeführt wurden. Auf dem Programm stand unter anderem ein Konzert von Gerhard Reichenbach, der damals noch an der Musikschule Gitarre unterrichtete und nach einem längeren Aufenthalt in Griechenland seit 2009 eine Gitarrenklasse an der Musikhochschule Wuppertal betreut.

Der Fachbereich Gitarre der städtischen Musikschule beteiligt sich seitdem mit Schülerkonzerten im Konzertsaal der Musikschule und Gitarrenworkshops im Stadttheater. Bis zu 150 Gitarrenschüler, auf vier bis fünf verschiedene Workshops mit unterschiedlichen Inhalten verteilt, proben einen ganzen Samstag lang und stellen das Ergebnis in einem Abschlusskonzert vor. Der überwältigende Zuspruch, den diese Veranstaltung erfährt, hat zur Folge, dass sich das Publikum und die Schüler auch für den Besuch der anderen Konzerte entscheiden. Auf diese Weise wird in der Bevölkerung ein Bewusstsein für die Schönheit und die Bedeutung der Gitarrenmusik mit ihrer jahrhundertelangen Tradition geschaffen.

Seit 2006 sind die alljährlich stattfindenden Großostheimer Gesprächskonzerte Bestandteil der Aschaffenburger Gitarrentage. In diesem Beitrag der Musikschulaußenstelle beleuchten Bernd Nonnweiler und Christoph Hornbach jeweils einen thematischen Schwerpunkt der Gitarrengeschichte sowohl unter musikalischen als auch unter soziologischen Aspekten und präsentieren diesen, auf unnachahmliche Art moderiert, dem Publikum. Auch hier findet der pädagogische Ansatz, der die Gitarrentage in vielerlei Hinsicht prägt, seinen Niederschlag. Das Gesprächskonzert wird von fortgeschrittenen Schülern und professionellen Gitarristen, bisweilen aber auch von Spezialisten für historische Instrumente, gestaltet.

Zum festen Bestandteil der Gitarrentage gehören die Meisterkurse. Zu den Dozenten zählten unter anderem die Stars der internationalen Gitarrenszene Manuel Barrueco und David Russell. Seit 2010 ist der internationale Kammermusikwettbewerb mit Gitarre als Biennale Bestandteil der Gitarrentage.

2009 übernahm ein Organisationsteam, bestehend aus dem Kulturamtsleiter Burkard Fleckenstein, der Mitarbeiterin Mareike Vorbeck sowie aus der Musikschule den künstlerischen Leitern Sofia und Ivo Kaltchev, dem Fachbereichsleiter Meinhard Gerlach und dem Außenstellenleiter Bernd Nonnweiler die Vorbereitung und Durchführung der Gitarrentage.