Direktsprung:

Abbildung: Märtyrer (U)

Freitag, 25. rz 2011: Sprechtheater (Einführungsvortrag um 20 Uhr ) Märtyrer (U)

von Albrecht Sylla

Zeit
20:30 Uhr
Dauer
ca. 1:30 Std. ohne Pause
Abonnement
FV
Ort
Stadttheater

Weitere Termine

ab:art-theater. freies ensemble aschaffenburg

Regie: Heinz Kirchner
Mit Albrecht Sylla, Sabine Grant-Siedel, Thomas Amberg, Carolin Meier

Die Kirche bleibt (noch) im Dorf, in diesem Stück: einem kleinen Dorf; ärmlich die Lebensbedingungen. Aber es gibt eine gemeinsame Orientierung – den Glauben und den Pfarrer. Dieser ist der Inbegriff des guten Menschen, wie er für die Seinen da ist: immer helfend, immer Trost spendend. Keiner jedoch weiß um das innere Geheimnis des Priesters. Ein Geheimnis, das ihm das Leben zu einem Martyrium macht.
Ein junger Mann kehrt nach langer Arbeitsemigration in dieses Dorf zurück. Als rückständige, vom „Pfaffen“ abhängige Dörfler schmäht der glühende Freigeist auch Mutter und Schwester. Aber gerade ihm offenbart sich der Pfarrer auf einem der gemeinsamen Spaziergänge zwischen Berg und See. Kann die Schwester ihre Illusion, ihre gläubige Liebe dem Priester gegenüber bewahren? Alles gerät ins Wanken, alle überkommt bedrohlicher Zweifel. Die Wahrheit herausschreien, um das innere Martyrium zu beenden? Aber wie viel Wahrheit verträgt der Mensch? Ein Dorf würde in den Grundfesten erschüttert.

Grundlage des Stückes ist der Roman „San Manuel Bueno, Mártir“ von Miguel de Unamuno, des vielleicht größten spanischen Denkers zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Unamuno, der Gestalter des „tragischen Lebensgefühls“, bezeichnet den 1932 veröffentlichten kurzen Roman als sein repräsentativstes Werk. Seine Reflexionen haben immer das Ziel, „zu beunruhigen und die Menschen mit Sehnsucht zu erfüllen“.