
Montag, 04. April 2011: Sprechtheater (Einführungsvortrag um 19 Uhr) – Amphitryon
Von Heinrich von Kleist
- Zeit
- 19:30 Uhr
- Dauer
- ca. 2 Std. ohne Pause
- Abonnement
- Ring 1B + FV
- Ort
- Stadttheater
Weitere Termine
- Dienstag, 05.04.2011, 19:30 Uhr , FV
Deutsches Theater in Göttingen
Inszenierung: Jasper Brandis
Ausstattung: Monika Rupprecht
Dramaturgie: Lutz Kessler
Mit Jan Pröhl, Gerd Zinck, Katharina Heyer, Anja Schreiber, Florian Eppinger, Paul Wenning
Was bleibt, wenn einem alles genommen wird, wenn selbst das Ich abhanden kommt? Feldherr Amphitryon hat den Krieg gegen die Athener gewonnen. Sein Gefährte Sosias soll Alkmene mit der Nachricht dieses Erfolges auf die Rückkehr ihres Gatten vorbereiten. Im nächtlichen Dunkel jedoch begegnet Sosias sich selbst, das heißt: dem Gott Merkur, der aussieht wie Sosias und der ihn davon überzeugt, nicht er selbst zu sein und ihm seine Identität stiehlt.
Zuhause angekommen muss auch Amphitryon erfahren, dass er bereits da war. Alkmene höchstpersönlich erzählt ihm von der traumhaften Liebesnacht, die er gestern angeblich mit ihr verbracht habe. So ringt er, betrogen von sich selbst, um Selbstgewissheit. Auch Alkmene gerät über den tragischen Zweifel, mit welchem Mann sie die Nacht verbracht hat, in existentielle Nöte. Hin- und hergerissen zwischen Ver- und Misstrauen, was die Unfehlbarkeit des inneren Gefühls anbelangt, kämpft Alkmene um die Liebe und um Amphitryon. Wie im Blindflug agieren die Menschen in diesem Stück, da ihnen jedes Koordinatensystem für wahr und falsch – selbst das der eigenen Gefühle – genommen wurde.

