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Stadttheater Aschaffenburg: Veranstaltungsreihen Brentano-Akademie

Grussworte

Grußwort der Hessischen Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Angela Dorn, und des Bayerischen Staatsministers für Wissenschaft und Kunst, Bernd Sibler

Clemens Brentano, einer der bedeutendsten und einflussreichsten Dichter der deutschen Romantik, war eng mit Bayern und Hessen verbunden. Sein Lebensweg führte ihn neben vielen anderen Stationen auch nach München. Wollte er dem Rhein nahe sein, zog es ihn ins Brentano-Haus in Oestrich-Winkel, wo er die Brüder Grimm und Goethe zu seinen Gästen zählte. Die letzten Tage seines Lebens verbrachte er in Aschaffenburg, wo er auf dem Altstadtfriedhof beigesetzt wurde.

Die Brentano-Akademie hat es sich zum Ziel gesetzt, sein großartiges Erbe zu pflegen und in unterschiedlichsten Formaten dem Publikum zugänglich zu machen. In einem alle zwei Jahre stattfindenden Festival soll das Werk des Dichters in Konzerten, Meisterkursen, Führungen, Ausstellungen, Lesungen und anderen Veranstaltungen in seiner ganzen Bandbreite präsentiert werden. Die Stadt Aschaffenburg zeigt hier gemeinsam mit den beteiligten Einrichtungen und Kooperationspartnern eindrucksvoll, auf welch vielfältige Art und Weise man unser reiches Kulturerbe lebendig erhalten und für ein modernes Publikum zugänglich machen kann – auch abseits der großen Metropolen. Besonders hervorzuheben ist der spartenübergreifende Charakter des Brentano-Festivals. Das Publikum erhält hier die Möglichkeit, dem Werk des Dichters in Wort, Ton und Bild zu begegnen und so wichtige Zusammenhänge innerhalb seines künstlerischen Schaffens zu erkennen. 

Besonders freuen wir uns über die enge Zusammenarbeit mit Kultureinrichtungen des Rhein-Main-Gebiets: Brentano-Expertinnen und –Experten des Freien Deutschen Hochstifts Frankfurt, des Goethehauses Frankfurt und des Brüder-Grimm-Hauses in Steinau haben intensiv dazu beigetragen, die Brentano-Akademie zu einem Netzwerk für Kunst, Wissenschaft und Publikum aufzubauen.

Bernd Sibler
Bayerischer Staatsminister für Wissenschaft und Kunst

Angela Dorn
Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst 

Von links nach rechts: StM Bernd Sibler, Angela Dorn und Julian Prégardien

Liebe BesucherInnen der Brentano-Akademie,
 
mein erster Besuch in Aschaffenburg vor ca. 15 Jahren führte mich ins Pompeianum, die italienische Villa am Mainufer, und von dort am Schloss vorbei in die Altstadt. Es waren nur ein paar Stunden Aufenthalt, aber sie haben einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Seitdem habe ich die wunderschöne Stadt von vielen Seiten kennengelernt. Über familiäre, freundschaftliche und künstlerische Verbindungen.
Während meiner ersten Spielzeit als Sänger an der Oper Frankfurt, 2009, habe ich hier gelebt. Zu dieser Zeit wurde gerade das Stadttheater renoviert und ich sang meinen ersten Liederabend im Park Schönbusch. Ich besuchte regelmäßig den Wochenmarkt, schaute Fußballspiele in einer Kneipe, besuchte das Programmkino. Schon damals wollte ich gerne ein Standbein als Kulturschaffender in Aschaffenburg haben.

Als Burkard Fleckenstein mir vor zwei Jahren von der Idee einer Brentano-Akademie und eines Künstlerhauses berichtete, erwachte in mir unverzüglich ein Feuerwerk an Ideen und Möglichkeiten. Gemeinsam mit einem motivierten und kreativen Team ist es mir Ehre und Ansporn zugleich, ein Festival rund um die wunderbare Welt des Clemens Brentano und seiner Zeit kreieren zu dürfen und die Bewohner der Ausnahme-Stadt Aschaffenburg und zahlreiche Besucher möglichst vielseitig mit Veranstaltungen aller Art zu erfreuen.

Vielleicht führte mich mein Weg vor 15 Jahren von der italienischen Villa in die Altstadt durch die Webergasse, vorbei am Alten Forstamt, dann weiter zum Stadttheater und über den Karlsplatz bis zum Dalberg. Daran erinnere ich mich nicht. Aber es macht mir Spaß, mir es so vorzustellen: dass ich damals unbewusst eine 'Wanderung' von Italien ins Aschaffenburg der Brentanos unternahm.
Wem auch immer ich in meinem weitverzweigten und internationalen Freundeskreis von Aschaffenburg und unserem neuen Festival erzähle ist mir mir einer Meinung: das wird richtig schön!

Ich wünsche uns allen eine erste Brentano-Akademie mit Begeisterung, Unterhaltung und Anregung - und einer gehörigen Portion Bella Italia!

Ihr 
Julian Prégardien
Künstlerischer Leiter