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Stadttheater Aschaffenburg: Dalberg Luther 2017 Jahresprogramm

Aufbruch: 200 Jahre Dalberg – 500 Jahre Luther

Die Stadt Aschaffenburg, die Kirchen und zivilgesellschaftliche Akteure erinnern 2017 an zwei herausragende Persönlichkeiten. Vor 200 Jahren starb der letzte Mainzer Erzbischof Carl Theodor von Dalberg, der von Aschaffenburg aus das Großherzogtum Frankfurt und den deutschen Rheinbund regierte. Und 2017 jährt sich Martin Luthers Thesenanschlag zum 500. Mal. Luther hatte am 31.10.1517 seine 95 Thesen an Albrecht von Brandenburg geschickt, der wie Dalberg in Aschaffenburg residierte. Ausstellungen, Konzerte, Theateraufführungen, Stadtrundgänge, Vorträge und Diskussionen nehmen das ganze Jahr über Dalberg und Luther, ihre Reformen und ihre Bedeutung in den Blick.

Carl von Dalberg hat im Zeitalter Napoleons wesentlich die Geschicke Europas mitbestimmt. Dalberg stieg in den Jahren nach 1800 zum "Primas Germaniens", dem führenden Repräsentanten der katholischen Kirche, und zum Anführer der deutschen Fürsten auf. Unter ihm blühte Aschaffenburg im Geist der Aufklärung und erlebte eine bemerkenswerte Entwicklung in städtebaulicher, sozialer und kultureller Hinsicht. Der portugiesische Baumeister Emanuel Joseph von Herigoyen und der Hofkapellmeister Johann Franz Xaver Sterkel waren an dieser Entwicklung beteiligt.

Sowohl Luther als auch Dalberg stehen für den Aufbruch in eine neue Zeit. Die Reformation markiert das Ende der mittelalterlichen Welt und sie stieß das Tor auf zu einer Entwicklung hin bis in unsere Epoche, in der die Rechte und die Würde des einzelnen Menschen den Kern des Denkens bilden. Die Aufklärung schloss an diesen Gedanken an und bildete mit der Wertschätzung, die sie Bildung und Erziehung beigemessen hat, die Grundlagen für unsere heutige, moderne Gesellschaft.