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Abbildung: Amphitryon

Sonntag, 03. April 2011: Sprechtheater (Einführungsvortrag um 19 Uhr) Amphitryon

Von Heinrich von Kleist

Zeit
19:30 Uhr
Dauer
ca. 2 Std. ohne Pause
Abonnement
Ring 1A + FV
Ort
Stadttheater

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Deutsches Theater in Göttingen

Inszenierung: Jasper Brandis
Ausstattung: Monika Rupprecht
Dramaturgie: Lutz Kessler

Mit Jan Pröhl, Gerd Zinck, Katharina Heyer, Anja Schreiber, Florian Eppinger, Paul Wenning

Was bleibt, wenn einem alles genommen wird, wenn selbst das Ich abhanden kommt? Feldherr Amphitryon hat den Krieg gegen die Athener gewonnen. Sein Gefährte Sosias soll Alkmene mit der Nachricht dieses Erfolges auf die Rückkehr ihres Gatten vorbereiten. Im nächtlichen Dunkel jedoch begegnet Sosias sich selbst, das heißt: dem Gott Merkur, der aussieht wie Sosias und der ihn davon überzeugt, nicht er selbst zu sein und ihm seine Identität stiehlt.

Zuhause angekommen muss auch Amphitryon erfahren, dass er bereits da war. Alkmene höchstpersönlich erzählt ihm von der traumhaften Liebesnacht, die er gestern angeblich mit ihr verbracht habe. So ringt er, betrogen von sich selbst, um Selbstgewissheit. Auch Alkmene gerät über den tragischen Zweifel, mit welchem Mann sie die Nacht verbracht hat, in existentielle Nöte. Hin- und hergerissen zwischen Ver- und Misstrauen, was die Unfehlbarkeit des inneren Gefühls anbelangt, kämpft Alkmene um die Liebe und um Amphitryon. Wie im Blindflug agieren die Menschen in diesem Stück, da ihnen jedes Koordinatensystem für wahr und falsch – selbst das der eigenen Gefühle – genommen wurde.