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Stadttheater Aschaffenburg: Details zur Veranstaltung

Sonntag, 01. Oktober 2017: Sprechtheater Der Menschenfeind

Komödie von Molière | Die Theater Chemnitz

Einführungsvortrag um 19:00 Uhr

Uhrzeit: 19:30 bis 21:45 Uhr

Dauer: ca. 2 Std. 15 Min. mit Pause

Eintritt: Preisgruppe 3 (12-24 EUR)

Ort: Stadttheater Bühne 1

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Regie: Carsten Knödler | Dramaturgie: René Schmidt | Bühne: Frank Hänig
Deutsch von Jürgen Gosch und Wolfgang Wiens
Mit Philipp Otto, Jan Gerrit Brüggemann, Christian Ruth, Katka Kurze u.a.


Wir alle benutzen sie täglich ca. 200 Mal, ohne sie würden wir nicht auskommen – die Lüge. Aber wie weit darf man gehen, ohne sich selbst zu verlieren oder für Freunde, Partner und Feinde unberechenbar zu werden? Sich mit gelegentlichen Lügen kommunikativ geschmeidig zu verhalten mag die eine Seite der Medaille sein, unerkennbar zu werden, ist die andere.

Angewidert von einer Gesellschaft, die heute das eine und morgen das Gegenteil behauptet, setzt Alceste ihr das Ideal entgegen, immer die Wahrheit zu sagen. Nicht nur, dass er Freunde mit seinen Wahrheiten unnachsichtig vor den Kopf stößt, nein, bei nahezu jeder Gelegenheit traktiert er die geliebte Célimène mit Vorwürfen wegen ihres widersprüchlichen Verhaltens. Und dies nicht ganz zu Unrecht! Denn einerseits lässt ihn die Dame seines Herzens hoffen, andererseits führt sie ein illustres Leben auf Partys und in Gesellschaften. Unentschieden zwischen ihren zahlreichen Liebhabern macht sie charmant allen Avancen – so auch Alceste. Je mehr sich der verliebte Mann von Célimène erhört glaubt, desto weniger versteht er ihr Verhalten. Hilflos gefangen zwischen Gefühl und Verstand fleht er sie schließlich an, die Seine zu werden. Doch das kommt für Célimène nicht in Frage. Im Besitz eines Mannes zu sein, noch dazu eines solchen Besserwissers, nein danke! Sehr zum Vergnügen des Publikums werden Célimène und Alceste mit ihren blinden Flecken konfrontiert, denn eine Komödie mit Substanz ist keineswegs die kleine Schwester einer Tragödie.

Molières (1622-1673) Kunst zeichnet aus, Figuren voller Widersprüche mit leichter Sprache zu schaffen. Mal gibt er seine Helden dem Verlachen preis, dann fängt er sie liebevoll wieder auf. Molière geht es nicht um die großen Dinge des Weltgeschehens, nein, viel feiner, um die kleinen Kämpfe unserer Herzen im Alltag, unsere kleinen Lügen und Irrtümer. Nicht umsonst werden die Komödien des Franzosen wie "Der eingebildete Kranke" und "Der Geizige" bis heute allerorten gespielt.

Foto © Dieter Wuschanski

Monat: Oktober 2017

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