#beethovenmarathon

Stadttheater Aschaffenburg

Beethoven in Aschaffenburg. Ein Treffen mit Sterkel 1791

Aus Anlass des 200. Todestages Ludwig van Beethovens (getauft am 17.12.1770 in Bonn, † 26.03.1827 in Wien, Kaisertum Österreich) wird Aschaffenburg ein wahres Feuerwerk an musikalischen Highlights zu Ehren des großen Komponisten entfachen.

2027 wird es 236 Jahre her sein, dass sich Beethoven in Aschaffenburg aufhielt. Der 20-Jährige war damals noch Mitglied der Bonner Hofkapelle, in der er Organist und Bratschist war. Im Herbst 1791 fuhr die Kapelle den Rhein und Main entlang und legte am 3. September mit zwei Schiffen in Aschaffenburg an. Eigentliches Ziel der Reise war Mergentheim, der Zwischenstopp in Aschaffenburg wurde eingelegt, um dem sich zu dieser Zeit in der Stadt am Untermain aufhaltenden (damals) berühmten Komponisten und Hofkapellmeister Franz Xaver Sterkel (1750-1817) einen Besuch abzustatten. Sterkel war seit 1785 Kanoniker und Hofmusiker in Mainz; der junge Beethoven hatte sich bereits einen Namen als Klaviervirtuose gemacht. Bei der Begegnung zeigte Beethoven Sterkel sein Können, indem er die Righini-Variationen virtuos aus dem Gedächtnis spielte und spontan weitere Variationen improvisierte.

Beethoven ist bis heute von singulärer Bedeutung für die Musikgeschichte und repräsentiert auch für den musikalischen Laien die Symbolfigur des Topos‘ vom Künstlergenie, die trotz zunehmender und am Ende fast kompletter Taubheit die Musik in sich entstehen lassen konnte. Sein Schaffen markiert den Höhepunkt der Wiener Klassik und bereitete zugleich den Weg der Musik zur Romantik.

Doch womit wartet Aschaffenburg konkret 2027 auf, um den Musik-Giganten zu ehren?

Den fulminanten Auftakt wird das späte Streichquartett op. 131 gleich am 23.01.27 darstellen, das Beethoven selbst sein »bestes Streichquartett« nannte. Eine Aufführung hat der Komponist aber nicht mehr erlebt – hingegen hörte Franz Schubert 1828, fünf Tage vor seinem Tod, das cis-Moll-Quartett und war hingerissen. Danach greift am 23.02. das Jugendtheater den Titan „Beethoven“ mit einer Inszenierung im Stadttheater auf. Beide Veranstaltungen bezeichnen den Startschuss für einen einzigartigen „Beethoven-Marathon“ im Jahr 2027 – mit einem besonderen Fokus im Herbst, der Jahreszeit, zu der Beethoven sich in Aschaffenburg aufhielt. Am 18.09. wird ein exquisiter Liederabend, begleitet auf einem historischen Hammerklavier, in einer dem Anlass entsprechenden einzigartigen Kulisse, dem historischen Festsaal des Parks Schönbusch (Baubeginn 1775) den Anfang machen; danach werden an acht Abenden sämtliche 32 Klaviersonaten Beethovens zur Aufführung kommen – das ist auch für ein konzertverwöhntes Publikum eine der ganz seltenen Möglichkeiten, diese zum Verständnis des Komponisten so wesentlichen Werke zu hören.
Kein Geringerer als Hans von Bülow (1830-1894), selbst gefeierter Pianist, Dirigent und Komponist, bezeichnete die Kompositionen als das „Neue Testament“, während das Wohltemperierte Klavier von Bach (BWV 846–893) das „Alte Testament“ der Klavierliteratur darstelle. Diese Einschätzung wird weitestgehend bis heute von der Fachwelt geteilt.

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