Collegium Musicum
Schlosskonzert
Thomas Jung, Dirigent
Philip Glass (*1937)
Symphony No. 3
Terry Riley (*1935)
„In C“
Gustav Holst (1874-1934)
„Die Planeten“ (Fassung für Kammerorchester von George Morton)
Astrologen schreiben den Planeten bestimmte gleichbleibende Eigenschaften zu. Ob sie recht haben, kümmerte Gustav Holst wenig; er nutzte ihre Vorstellungswelt vielmehr als Rahmen, in dem er unterschiedliche musikalische Charaktere darstellen konnte: Deren Spektrum reicht von den düster-kriegerischen Marschrhythmen des Mars über Merkurs unstet flackerndes Changieren bis zu den geheimnisvoll irisierenden Klangflächen des sonnenfernsten Planeten Neptun.
Vor dem Hauptwerk des Briten Holst zwei Klassiker der US-amerikanischen „Minimal Music“ – oder der „Repetitiven Musik“, wie man sie besser nennt. Trance erzeugende Wiederholung ist tatsächlich ihr zentrales Erkennungszeichen, zu erleben etwa in den vier Sätzen von Philip Glass‘ dritter Sinfonie. Den durchgehenden rhythmischen Puls teilt sie mit Terry Rileys „In C“, das ansonsten ein viel radikaleres Werk ist: Notiert hat Riley lediglich 53 „Patterns“, die nacheinander zu durchlaufen sind, dazu noch einige Spielregeln. Ansonsten können alle Ensemblemitglieder frei und unabhängig voneinander musizieren; selbst die Zahl und Art der Instrumente steht ganz in ihrem Belieben.
