Die amerikanische Päpstin
von Esther Vilar
Regie und Bühnenbild: Thomas Rohmer
Kostüme: Thomas Rohmer und Kathrin Ackermann
Mit Kathrin Ackermann und Ferdinand Ascher
Theatergastspiele Fürth
Man schreibt das Jahr 2042. Als erste Frau in der Geschichte besteigt die Päpstin Johanna II. den kirchlichen Thron. Als Folge jahrzehntelanger Liberalisierung und Anpassung an die mittlerweile sehr weit entwickelten Ansprüche ihrer Mitglieder findet die für vier Jahre demokratisch gewählte Päpstin eine in jeder Hinsicht völlig ruinierte Kirche vor.
Die Gotteshäuser sind baufällig und leer. Eine starke Abwanderung der Gläubigen zu weitaus strengeren Religionen und Sekten sowie Gleichgültigkeit und Resignation beim nicht mehr privilegierten und völlig verarmten Klerus kennzeichnen die fatale Entwicklung der Kirche von glanzvollen Zeiten des Ruhms und der weltweiten Anerkennung bis hin zur apokalyptischen Endstation. Die Religion in ihrer Bedeutung als menschlicher Zufluchtsort und humanitär maßgebende und gesellschaftsbildende Instanz hat sich selbst entmachtet und ihrer Funktion enthoben.
Ablehnung persönlicher Eigenverantwortung und Angst vor Freiheit und deren Konsequenzen sind Themen, die die neu gewählte Päpstin in ihrer weltweit übertragenen Fernsehansprache behandelt und mit denen sie den Zuschauern die Unausweichlichkeit einer notwendigen Änderung der Situation demonstriert.
