Thibaut Garcia und Antoine Morinière
Im Rahmen der Aschaffenburger Gitarrentage
Thibaut Garcia, Gitarre
Antoine Morinière, Gitarre
Johann Sebastian Bach (1685-1750)
Goldberg-Variationen
Wer an Adaptionen von Bachs Goldberg-Variationen denkt, denkt an die poetische Gefühlsprägung der klassischen Gitarristen Thibaut Garcia und Antoine Morinière, die die Cembalo-Komposition aus dem Jahr 1741 in eine Bearbeitung für zwei Gitarren für die Gegenwart übersetzen. Die französische Tageszeitung „Le Monde“ bemerkte 2025 über dieses Goldberg-Projekt: Ihre Transkription „könnte eine künstlerische Schockwelle auslösen, die nur mit dem revolutionären Ansatz von Glenn Gould vor siebzig Jahren vergleichbar ist.“ Und in der Tat schöpften die beiden französischen Musiker für dieses Arrangement, das aus dem barocken Solitär ein Duo machte, aus der Tiefe: Sie zogen sich in die Benediktinerabtei Abbaye Saint-Pierre de Solesmes (gegründet 1010) zurück, wo sie einige Zeit mit den Mönchen lebten, um den religiösen Geist der Bach’schen Musik tiefer zu empfinden. Die beiden Franzosen greifen mit den Goldberg-Variationen so ein geschichtshaltiges Werk auf, das in seiner Variationskunst auf einem einzigen Instrument vokale und instrumentale Formen der Ensemblemusik zusammenführt.
