Zagreb Soloists
Ramón Ortega Quero, Oboe
Ramón Ortega Quero, Oboe
Werke von Vivaldi, Pergolesi, Respighi, Boccherini, Avison und Pasculli
Kunst lebt von misslungener Nachahmung und fruchtbarem Irrtum – so könnte man den britischen Dirigenten Sir John Barbirolli verteidigen, der aus vermeintlichen Melodien Giovanni Pergolesis ein neues Oboenkonzert transkribierte. Oder Ottorino Respighi, der frühbarocke Lauten- und Gitarrenmusik zu seinen „Antiche danze ed arie“ für Orchester umformte. Weiterhin Charles Avison, der den Klaviersonaten Domenico Scarlattis die Gestalt von Concerti grossi gab, um ihnen „die Maske abzunehmen, die ihre natürliche Schönheit und Exzellenz verhüllte“. Und schließlich Antonio Pasculli, der aus Opernmelodien Giuseppe Verdis halsbrecherisch virtuose Oboenstücke machte.
Originalwerke haben die Zagreb Soloists auch im Programm. Zu ihnen zählt Antonio Vivaldis Doppelkonzert op. 3 Nr. 11 – Johann Sebastian Bach bewunderte es derart, dass er gleich zwei Transkriptionen davon anfertigte. Ebenso nachahmenswert wäre sicher auch Vivaldis Konzert a-Moll für die damals in Italien noch wenig gebräuchliche Oboe gewesen. Luigi Boccherini schließlich schuf mit seiner Sinfonie „La casa del diavolo“ ein ausgesprochen originelles, teils programmatisches Stück. Der Titel bezieht sich auf die Geschichte des Frauenverführers Don Juan, den am Ende seiner Laufbahn der Teufel holt.

